Der Gutachtenstil: So schreiben Sie bessere Klausuren an der HSPV NRW

Sebastian Krampetzki
23.07.2026
exvo
Polizeistudentin und Verwaltungsstudent lernen gemeinsam den Gutachtenstil mit Obersatz, Definition, Subsumtion und Ergebnis.
Inhaltsverzeichnis

Was ist der Gutachtenstil überhaupt? Wie wird er aufgebaut und angewendet? Wie formuliere und subsumiere ich richtig?

All das sind häufige Fragen, die sich die meisten Studierenden beider Fachbereiche zu Beginn ihres Studiums an der HSPV NRW stellen. Auch ich habe mir damals diese Fragen gestellt, was wohl daran liegt, dass der Gutachtenstil im Präsenzunterricht meist deutlich zu kurz kommt. Ziel dieses Artikels ist es daher, all diese Fragen rund um den Gutachtenstil zu beantworten, sollten Sie sich derartige Fragen schon einmal gestellt haben. Denn den Gutachtenstil zu beherrschen, ist für gute Klausuren elementar: Oft ist die Lösung der Klausur zwar im Ergebnis richtig, die Punkte bleiben aber trotzdem aus, weil der Aufbau unsauber ist, Zwischenschritte fehlen oder die Subsumtion nicht überzeugt.

In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, was der Gutachtenstil ist, wie er aufgebaut ist, worauf es bei einer guten Subsumtion ankommt und wie Sie in der Klausur beim Formulieren Zeit sparen können, ohne Punkte zu verschenken. Darüber hinaus haben wir eine eigene kostenlose Lernvideo-Reihe zum Gutachtenstil produziert, die wirklich keine Frage zum Gutachtenstil unbeantwortet lässt. So legen Sie den Grundstein für wirklich gute Noten in deinen HSPV-Klausuren.

I. Was ist der Gutachtenstil?

Der Gutachtenstil ist eine standardisierte juristische Prüfungstechnik. Er dient dazu, eine rechtliche Frage (zum Beispiel die Fallfrage der Klausur) strukturiert zu prüfen und diese so sauber, vollständig und nachvollziehbar zu beantworten.

Statt vorschnell ein Ergebnis hinzuschreiben, geht man Schritt für Schritt vor: 

    • Sie stellen zunächst im Obersatz eine indirekte Frage, die zu prüfen und zu beantworten ist, 
    • legen in den Definitionen fest, was genau unter den einzelnen Voraussetzungen (Tatbestandsmerkmalen) zu verstehen ist 
    • und prüfen dann in der Subsumtion mit einer guten Begründung, ob im konkreten Fall die Voraussetzungen erfüllt sind oder nicht. 
    • Erst am Ende kommst Sie zum Ergebnis und beantworten die indirekte Frage aus dem Obersatz.

Doch was bringt diese etwas umständliche Vorgehensweise im Gutachtenstil denn konkret?

1. Struktur verhindert Fehler

Die Struktur des Gutachtenstils verhindert zum einen Fehler. Wird jeder Prüfungspunkt strukturiert geprüft, sinkt die Wahrscheinlichkeit, etwas Wichtiges zu übersehen.

2. Prüfung und Ergebnis werden nachvollziehbarer

Zum anderen macht die klare Struktur Ihre Prüfung und Ihr Ergebnis für den Korrektor nachvollziehbar und überprüfbar.

3. Gutachtenstil zwingt zur Begründung in der Subsumtion

Zudem zwingt der Fokus auf die Subsumtion dazu, das Ergebnis auch zu begründen und nicht einfach zu behaupten.

Und darauf kommt es in Klausuren an: Denn in Jura zählt nicht nur das richtige Ergebnis. Entscheidend ist, dass Sie nachvollziehbar zu diesem gelangen und es gut begründen. 

Es ist ein bisschen so wie früher in Matheklausuren: Schreibt man einfach nur das richtige Ergebnis hin, könnte man aus Sicht des Mathelehrers auch einfach nur einen Glückstreffer gelandet haben. Erst ein strukturierter und nachvollziehbarer Lösungsweg zeigt dem Lehrer und jetzt dem Korrektor, dass man nicht aus Zufall zum richtigen Ergebnis gelangt ist.

II. Warum ist der Gutachtenstil an der HSPV so wichtig?

Wichtig ist der Gutachtenstil, weil in Klausuren an der HSPV NRW nicht nur theoretisches Wissen abgefragt wird, sondern stets ein rechtlicher Fall gutachterlich gelöst werden muss. 

Dazu ist der Gutachtenstil das grundlegende Handwerkszeug. Wer den Gutachtenstil beherrscht, zeigt dem Korrektor, dass

    • man das Prüfungsschema beherrscht,
    • die Tatbestandsmerkmale sicher erkennt,
    • Definitionen richtig einsetzt,
    • sauber subsumiert und begründet
    • und Schwerpunkte sinnvoll setzt.

Kurzum: Ohne Gutachtenstil keine gute Klausurlösung. Den Gutachtenstil zu beherrschen, ist Grundvoraussetzung, um die juristischen Klausuren in Fächern wie Zivilrecht, Strafrecht GS 4 oder Staatsrecht an der HSPV NRW überhaupt bestehen zu können. Dementsprechend fließt es auch mit in die Benotung ein, wie gut man den Gutachtenstil beherrscht.

III. Der Aufbau des Gutachtenstils: Obersatz, Definition, Subsumtion, Ergebnis

Der Gutachtenstil setzt sich aus einem vierschrittigen Schema zusammen:

    • Obersatz
    • Definition
    • Subsumtion
    • Ergebnis

Diesem Schema sollte man bei der Formulierung der Klausur immer folgen, um Fehler im Aufbau zu vermeiden. Doch was verbirgt sich nun genau hinter den einzelnen Schritten?

1. Der Obersatz – Inhalt und Beispiele

Der Obersatz ist sozusagen der Einleitungssatz in die Prüfung. In ihm wird die Fallfrage oder das konkrete Tatbestandsmerkmal, das man zu prüfen hat, als indirekte Frage formuliert, um dem Leser zu zeigen, welche Rechtsfrage nachfolgend geprüft und beantwortet wird. 

Beispiele für Obersätze sind:

Obersätze Beispiele

T könnte sich gemäß § 223 Abs. 1 StGB strafbar gemacht haben, indem er den O mit der Faust ins Gesicht geschlagen hat..


A könnte gegen B einen Anspruch auf Übergabe und Übereignung des Autos aus § 433 Abs. 1 S. 1 BGB haben.


Der Bescheid könnte formell rechtswidrig sein.

Wie man sieht, werden Obersätze immer im Konjunktiv formuliert (könnte, müsste etc.). Das liegt daran, dass ja noch gar nicht feststeht, ob T sich strafbar gemacht hat oder der Bescheid formell rechtswidrig ist. Genau diese Frage wird schließlich in den weiteren Schritten geprüft und sodann erst im Ergebnis beantwortet. Dies macht man im Obersatz durch die Verwendung des Konjunktivs deutlich.

2. Die Definition – Ihr Zweck und Beispiele

Hat man im Obersatz festgelegt, welche Rechtsfrage oder welches Tatbestandsmerkmal zu prüfen ist, müssen wir im nächsten Schritt festlegen, was man unter dem zu prüfenden Tatbestandsmerkmal genau versteht. Denn das steht meistens nicht im Gesetz. Für eine Körperverletzung brauchen wir zum Beispiel eine körperliche Misshandlung oder eine Gesundheitsschädigung des Opfers. Für einen Anspruch aus § 433 Abs. 1 BGB benötigen wir einen wirksamen Kaufvertrag.

Doch was ist eine körperliche Misshandlung? Wie kommt ein wirksamer Kaufvertrag zustande?

Genau das verraten uns die Definitionen. Sie legen fest, was unter den zu prüfenden Tatbestandsmerkmalen wie „körperliche Misshandlung“ oder „wirksamer Kaufvertragsschluss“ zu verstehen ist. Beispiele für Definitionen sind:


Definitionen Beispiele

Eine körperliche Misshandlung ist jede üble und unangemessene Behandlung, die das körperliche Wohlbefinden des Opfers nicht nur unerheblich beeinträchtigt.

 

Ein Kaufvertrag kommt durch mindestens zwei inhaltlich übereinstimmenden Willenserklärungen in Form von Angebot und Annahme, §§ 145 ff. BGB, zustande.

Die Definitionen sind somit der „Schlüssel“, um im nächsten Schritt der Subsumtion prüfen zu können, ob im konkreten Fall das jeweilige Tatbestandsmerkmal erfüllt ist oder nicht.

In sehr seltenen Ausnahmefällen gibt es sogenannte Legaldefinitionen, die im Gesetz stehen. Ein Beispiel dafür ist die Definition des Anspruchs in § 194 Abs. 1 BGB. Die allermeisten Definitionen müssen aber auswendig gelernt werden, da sie nicht im Gesetzt stehen. Gerade im Strafrecht GS 4 oder HS 1.1 ist das ob der Vielzahl von Definitionen eine Herausforderung. Hierzu sind, wie für das Lernen von Prüfungsschemata, digitale Karteikarten das beste Tool.

3. Die Subsumtion – Typische Fehler und Beispiele

Die Subsumtion ist sodann das Herzstück des Gutachtenstils und damit Deiner Prüfung. Hier wird geprüft, ob der konkrete Sachverhalt die abstrakte Definition erfüllt oder nicht. Je nachdem ist dann das zu prüfende Tatbestandsmerkmal erfüllt oder nicht.

a) Typischer Fehler in der Subsumtion

Viele Studierende machen an dieser Stelle einen typischen Fehler: Sie wiederholen die Definition nur in eigenen Worten, ohne auf den konkreten Sachverhalt einzugehen oder ihn wirklich auszuwerten. Das reicht allenfalls bei ganz einfachen und völlig unproblematischen Merkmalen. In den wirklich wichtigen Punkten muss man in der Subsumtion aber mehr leisten. Denn hier sind die meisten Punkte zu holen:

Wenn Sie sich schon einmal gefragt haben, warum Sie trotz des richtigen Ergebnisses in der Klausur nur eine mittelmäßige Note hatten, dann lag es sehr wahrscheinlich an zu oberflächlichen Subsumtionen. Nehmen wir dazu folgenden Beispielfall:

Beispielfall

T schlägt den O mit erheblicher Wucht ins Gesicht, wodurch O Schmerzen erleidet.

 Ein schlechtes Beispiel wäre etwa:

Negativbeispiel

Das Schlagen ist eine körperliche Misshandlung, weil das körperliche Wohlbefinden beeinträchtigt wurde.

Das ist zu oberflächlich und hat kaum Bezug zum Sachverhalt. Besser ist:

Positivbeispiel

Indem T dem O mit erheblicher Wucht ins Gesicht schlug, verursachte er Schmerzen. Dadurch wurde das körperliche Wohlbefinden des B nicht nur unerheblich beeinträchtigt, sodass eine körperliche Misshandlung vorliegt.

Natürlich sind beide Subsumtionen im Ergebnis richtig. Im zweiten Beispiel wird aber deutlich, warum das Merkmal erfüllt ist und dass man in der Lage ist, im Rahmen der Subsumtion den konkreten Sachverhalt mit der abstrakten Definition zu verbinden.

b) Wie gelingt eine gute Subsumtion?

Wichtig ist es, eine Begründung dafür zu liefern, warum der konkrete Sachverhalt die Definition erfüllt oder nicht erfüllt. Dafür wertet man am besten den Sachverhalt genau aus. Was haben die beteiligten Personen genau getan oder gesagt? Welche Informationen gibt uns der Sachverhalt noch, die relevant sein könnten? Gerade an Punkten, an denen der Fall nicht ganz eindeutig ist, muss man in der Subsumtion gut argumentieren und begründen.

Eine gute Subsumtion beantwortet die Frage: Warum erfüllt der Sachverhalt die Definition – oder warum gerade nicht?

Doch wie findet man nun gute Argumente?

Mein wichtigster Tipp: Fragen Sie sich bei jedem problematischen Tatbestandsmerkmal, was dafür und was dagegen spricht, dass es erfüllt ist. Dazu kann man zum Beispiel eine kurze Pro- und Contra-Liste erstellen.

Wer einfach nur behauptet, ein Merkmal sei erfüllt, verschenkt Potenzial. Eine gute Subsumtion hat deshalb meist drei Merkmale:

    • Erstens greift sie den konkreten Sachverhalt auf.
    • Zweitens knüpft sie sprachlich an die Definition an.
    • Drittens begründet sie das Ergebnis nachvollziehbar.

Wenn Sie sich genauer damit beschäftigen wollen, wie man in der Subsumtion gut formuliert, wie man gute Argumente findet und mit diesen bei schwierigeren Fällen gut begründet, dann empfehle ich Ihnen unsere kostenlosen Lernvideos zum Gutachtenstil. Dort behandeln wir diese Fragen ausführlich und üben Subsumieren und Begründen an mehreren konkreten Fallbeispielen.

4. Das Ergebnis

Hat man in der Subsumtion geklärt, ob das Tatbestandsmerkmal erfüllt ist oder nicht, benötigen wir noch einen Ergebnissatz. Das Ergebnis beantwortet die indirekte Frage aus dem Obersatz. Der Ergebnissatz bezieht sich deshalb immer auf den Obersatz.

Beispiele für unsere oben gebildeten Obersätze wären:

Ergebnissätze Beispiele

T hat sich somit gemäß § 223 Abs. 1 StGB strafbar gemacht, indem er den O mit der Faust ins Gesicht geschlagen hat.


Mithin hat A gegen B einen Anspruch auf Übergabe und Übereignung des Autos aus § 433 Abs. 1 S. 1 BGB.


Der Bescheid ist folglich formell rechtswidrig.

Im Grunde ersetzt man nur die Formulierungen aus dem Obersatz im Konjunktiv (müsste, könnte etc.) durch Formulierungen im Indikativ wie „somit“, „mithin“ oder „folglich“. Wichtig ist: Jeder Obersatz hat einen Ergebnissatz verdient. Ein kurzer Ergebnissatz schließt die Prüfung ab und ist wichtig für den Korrektor.

IV. Zeitmanagement: Die richtige Schwerpunktsetzung

Wenn man nun jeden Prüfungspunkt tiefgehend begründen und subsumieren würde, bekäme man in der Klausur schnell Zeitprobleme. Daher muss man in der Klausur die richtigen Schwerpunkte setzen. Das bedeutet:

    • In den Schwerpunkten wird ausführlich begründet und subsumiert,
    • einfache Prüfungspunkte werden schneller und ohne tiefgehende Begründung subsumiert.

Doch wie erkennt man nun die Schwerpunkte?

Dafür hilft die sogenannte Normalfallmethode. Fragen Sie sich in der Klausur bei jedem Prüfungspunkt:

Handelt es sich um einen Normalfall? Oder handelt es sich um einen vom Normalfall abweichenden, besonderen Fall? 

Bei einfachen, „normalen“ Fällen braucht es keine ausführliche Begründung. So ist zum Beispiel ein Fahrrad ziemlich eindeutig eine Sache im Sinne des § 90 BGB und des § 242  Abs. 1 StGB. Hier kann in der Subsumtion also Zeit gespart werden.

Andere Fällen sind wiederum nicht so einfach zu beantworten. Ist zum Beispiel ein Turnschuh, mit dem ich jemanden trete, ein gefährliches Werkzeug im Rahmen der gefährlichen Körperverletzung? Der Normalfall wäre ja zum Beispiel eher ein Messer. Oder ist die Bestellbestätigungs-Mail eines Onlineshops, in der lediglich der Eingang der Bestellung bestätigt wird, schon die Annahmeerklärung des Shop-Betreibers? Der Normalfall wäre hier eher eine ausdrückliche Erklärung des Shop-Betreibers, mit dem er die Annahme des Kaufangebotes erklärt.

An solchen Punkten, die keine Normalfälle sind, bedarf es dann einer ausführlichen und tiefergehenden Begründung im Rahmen der Subsumtion.

Die Schwerpunkte richtig zu erkennen und zu setzen ist zudem auch für die Note wichtig: Denn aus Sicht der Korrektoren gehört es zu einer guten Leistung dazu, Wichtiges von Unwichtigem trennen zu können.

V. Zeitmanagement: Der verkürzte Gutachtenstil

Neben der richtigen Schwerpunktsetzung gibt es noch eine weitere Möglichkeit, Zeit zu sparen: Den verkürzten Gutachtenstil.

Der „normale“ Gutachtenstil mit seinen vier Schritten kostet viel Zeit. Gerade bei unproblematischen Prüfungspunkten bringt es keinen Mehrwert, diese Schritte streng einzuhalten. Daher kann bei unproblematischen Prüfungspunkten die Definition und die Subsumtion in einen Satz zusammengezogen werden. An unserem Beispiel Fahrrad als Sache würde man das wie folgt formulieren:

Verkürzter Gutachtenstil Beispiel

Das Fahrrad ist als Solches ein körperlicher Gegenstand und somit eine Sache.

In diesem Satz ist die Definition, Subsumtion und sogar noch das Ergebnis enthalten. Das bedeutet deutlich weniger Schreibarbeit, als je einen Satz für die Definition, die Subsumtion und das Ergebnis hinzuschreiben.

Wenn Sie mehr über den verkürzten Gutachtenstil – der auch modifizierter Gutachtenstil genannt wird – erfahren möchtest, empfehlen wir Ihnen unsere kostenlose Lernvideoreihe zum Gutachtenstil.

VI. Darf man unproblematische Tatbestandsmerkmale einfach weglassen?

Eines jedoch sollte man zum Zeit sparen niemals machen: Prüfungspunkte einfach weglassen.

Sei das Tatbestandsmerkmal auch noch so eindeutig erfüllt – es ist immer auf jeden Prüfungspunkt einzugehen! Denn erstens gehört dies zu einem vollständigen Gutachten dazu. Zweitens kann der Korrektor nicht wissen, ob Sie ein Merkmal bewusst weggelassen oder einfach übersehen haben, weil Sie das Prüfungsschema nicht sicher beherrschen. Und diesen Eindruck will man dem Korrektor auf keinen Fall vermitteln.

VII. Typische Fehler im Gutachtenstil

Zusammengefasst sollten Sie im Gutachtenstil vor allem diese Fehler vermeiden:

1. Das Ergebnis zu früh nennen

Im Gutachtenstil steht das Ergebnis immer am Ende. Formulierungen mit „weil“, „da“ oder „denn“ führen oft dazu, dass das Ergebnis vorweggenommen wird. 

Schreiben Sie also nicht:

Falsch

T hat sich wegen § 223 Abs. 1 StGB strafbar gemacht, weil er B geschlagen hat.

Das ist eher Urteilsstil als Gutachtenstil. Besser ist:

Richtig

T könnte B körperlich misshandelt haben. Eine körperliche Misshandlung ist … Indem T … liegt eine körperliche Misshandlung folglich vor.

2. Nur Definitionen auswendig aufsagen

Definitionen sind wichtig. Aber sie hinzuschreiben bringt Ihnen allein noch keine gute Note. Punkte gibt es vor allem dann, wenn Sie mit den Definitionen arbeiteten, also sie als „Schlüssel“ für eine gute Subsumtion verwenden.

Eine Klausur gewinnt man nicht dadurch, dass man Definitionen aneinanderreiht, sondern dadurch, dass man sie sauber auf den Fall anwendet.

3. Den Sachverhalt nicht auswerten

In der Subsumtion müssen Sie mit dem Sachverhalt arbeiten und diesen auswerten. Wer nur abstrakt bleibt oder die Definition in eigenen Worten wiederholt, liefert keine konkrete Subsumtion.

4. Falsche Schwerpunktsetzung

Nicht alles ist gleich wichtig. Kurze, klare Prüfung bei einfachen Punkten. Ausführliche Begründung bei den eigentlichen Problemfeldern. Genau darauf kommt es an.

VIII. Ein praktischer Tipp für die Klausur an der HSPV

Wenn Sie unter Zeitdruck geraten, sollten Sie nicht anfangen, hektisch Prüfungspunkte zu streichen. Besser ist es, bewusst zu kürzen, wo es unproblematisch ist, und Ihre Zeit in die Schwerpunkte zu investieren. Das ist meist der Unterschied zwischen einer noch soliden und einer wirklich guten Klausur.

Wer den Gutachtenstil sicher beherrscht, schreibt nicht nur methodisch sauberer, sondern auch schneller. Genau deshalb lohnt es sich, diese Technik früh einzuüben. Am besten nicht nur theoretisch, sondern an echten Fällen. Denn letztendlich bedarf es auch einfach ein bisschen Übung, bis man den Gutachtenstil beherrscht.

Wenn Sie das trainieren möchten, schauen Sie sich gern einmal unsere Seminare zur Klausurvorbereitung und unsere digitalen Karteikarten für Strafrecht, Verwaltungsrecht und Zivilrecht an. Gerade für Definitionen, Prüfungsschemata und typische Fallkonstellationen ist das in der Vorbereitung sehr hilfreich.

Fazit: Der Gutachtenstil ist das Fundament jeder guten HSPV-Klausur

Der Gutachtenstil ist kein Selbstzweck. Er sorgt dafür, dass Sie strukturiert, präzise und nachvollziehbar prüfen. Genau das erwarten Korrektoren in juristischen Klausuren an der HSPV NRW.

Wer den Gutachtenstil beherrscht, vermeidet typische Fehler, setzt die richtigen Schwerpunkte und kann auch unter Zeitdruck sauber arbeiten. Entscheidend sind dabei vor allem drei Dinge: ein sauberer Obersatz, passende Definitionen und eine gute Subsumtion. Genau dort werden die Punkte geholt.

Wenn Sie in Klausuren regelmäßig das Gefühl haben, „eigentlich alles gewusst“ zu haben, aber trotzdem zu wenig Punkte zu bekommen, liegt das oft nicht am fehlenden Wissen, sondern an der Methode. Dann lohnt es sich, genau hier anzusetzen.