Mit Karteikarten lernen: So bereitest Du Dich effizient auf HSPV-Klausuren vor

Sebastian Krampetzki
19.07.2026
exvo
Digitale Karteikarten zum Lernen für Klausuren an der HSPV NRW
Inhaltsverzeichnis

Eigentlich kennen alle Studierenden an der HSPV das Problem: Für die Klausuren müssen unfassbar viele Prüfungsschemata, Definitionen und weiteres klausurrelevantes Wissen gelernt werden. Nur stellen sich dann zwei Fragen: Wie lerne ich all das möglichst effizient? Und wie behalte ich das Wissen auch bis zur Klausur?

Eine besonders effiziente Lösung: Lerne mit digitalen Karteikarten.

In diesem Beitrag zeige ich Dir,

    • warum das Lernen mit Karteikarten so wichtig ist,
    • wie Active Recall und Spaced Repetition funktionieren,
    • wie Du mit unserem digitalen Karteikartensystem richtig lernst,
    • wie man gute Karteikarten erstellt
    • und wie Du mit unserem kostenlosen Karteikarteneditor eigene Frage-Antwort-, Prüfungsschema- und Tabellen-Karten anlegst.

Damit verbindet der Beitrag die Theorie mit der Praxis: Du erfährst nicht nur, warum Karteikarten eine wissenschaftlich gut belegte Lernmethode sind, sondern kannst anschließend direkt selbst mit dem Lernen beginnen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Karteikarten helfen Dir, umfangreichen Lernstoff auf die wirklich wichtigen Informationen zu reduzieren.
  • Beim Active Recall rufst Du die Antwort aktiv aus dem Gedächtnis ab, anstatt sie nur noch einmal durchzulesen.
  • Mit Spaced Repetition werden schwierige Karten häufiger und sicher beherrschte Karten in immer größeren Abständen wiederholt.
  • Besonders gut eignen sich Karteikarten für Definitionen, Prüfungsschemata, wichtige Normen und typische Fallkonstellationen.
  • Mit unserem digitalen Karteikartensystem kannst Du vorgefertigte HSPV-Karteikarten lernen und kostenlos eigene Karten erstellen.

I. Warum ist Lernen mit Karteikarten so effektiv?

Das menschliche Gehirn kann neue Informationen nicht unbegrenzt speichern. Wenn wir etwas nur einmal lernen und uns danach nicht mehr damit beschäftigen, wird das Wissen mit der Zeit immer schwerer abrufbar.

Die Vergessenskurve: Warum Wissen ohne Wiederholung verloren geht

Die sogenannte Vergessenskurve nach Hermann Ebbinghaus veranschaulicht, dass wir bereits kurz nach dem Lernen beginnen, neue Informationen wieder zu vergessen.

Die Lösung: Gelerntes Wissen muss in sinnvollen Abständen wiederholt werden. Durch jede Wiederholung wird es erneut aktiviert und gefestigt. Was Du heute noch nach einem Tag wiederholen musst, bleibt später vielleicht eine Woche oder sogar noch länger abrufbar. Wie die Universität Göttingen erläutert, flacht die Vergessenskurve durch regelmäßige Wiederholungen ab. Gleichzeitig können die Abstände zwischen den Wiederholungen mit der Zeit immer größer werden.

Grafik zum Spaced-Repetition-System mit steigender Erinnerungswahrscheinlichkeit durch regelmäßige Wiederholung

Die gute Nachricht ist also: Du musst nicht dauerhaft jeden Tag den gesamten Stoff wiederholen. Vielmehr konzentrierst Du Dich auf die Inhalte, die noch nicht sicher sitzen. Wissen, das Du bereits gut beherrschst, wird erst nach einem größeren zeitlichen Abstand wieder abgefragt.

Nicht nur wiederholen, sondern aktiv erinnern: Active Recall

Doch regelmäßiges Wiederholen allein reicht noch nicht aus. Entscheidend ist auch, wie Du eine Karteikarte lernst.

Wenn Du die Vorderseite einer Karte liest und sofort die Antwort aufdeckst, liest Du den Inhalt im Grunde nur noch einmal. Das fühlt sich zwar leicht an, zwingt Dein Gehirn aber kaum dazu, das Wissen selbst abzurufen.

Besser ist: Lies zunächst nur die Frage und versuche, die Antwort vollständig aus dem Gedächtnis zu formulieren. Erst danach deckst Du die Lösung auf und vergleichst sie mit Deiner Antwort. Dieses aktive Abrufen wird als Active Recall oder Testing Effect bezeichnet.

Die Universität Bielefeld fasst den Grundgedanken treffend zusammen: Wer sich aktiv an etwas erinnert, lernt besser als jemand, der denselben Stoff lediglich noch einmal durchliest.

Genau deshalb sind Karteikarten so effektiv: Sie zwingen Dich dazu, aus einer Frage selbst eine Antwort zu entwickeln. Du merkst sofort, ob Du ein Prüfungsschema oder eine Definition wirklich beherrschst – oder ob Dir die Antwort nur bekannt vorkommt, sobald Du sie liest.

II. Die Lösung: Karteikarten mit Spaced Repetition

Active Recall beantwortet die Frage, wie Du eine Karte lernst. Spaced Repetition beantwortet dagegen die Frage, wann Du sie erneut lernen solltest.

Spaced Repetition bedeutet verteiltes Wiederholen. Karten, die Dir noch schwerfallen, werden in kurzen Abständen wiederholt. Karten, die Du bereits sicher beherrschst, erscheinen dagegen erst nach mehreren Tagen oder Wochen erneut.

Dass diese Kombination aus aktivem Abrufen und zeitlich verteilten Wiederholungen funktioniert, ist wissenschaftlich gut belegt. Eine aktuelle Metaanalyse aus der medizinischen Ausbildung hat 14 Studien mit insgesamt mehr als 21.000 Lernenden ausgewertet. Die wichtigsten Ergebnisse:

    • In 13 von 14 Studien schnitten die Lernenden mit Spaced Repetition besser ab als die jeweiligen Vergleichsgruppen.
    • Über alle ausgewerteten Studien hinweg zeigte sich ein deutlicher Vorteil zugunsten von Spaced Repetition.
    • Der Lernvorteil war auch in Studien erkennbar, die das Wissen erst mehrere Monate nach der Lernphase überprüften.
    • Die konkrete Wirkung hängt allerdings davon ab, wie konsequent und sinnvoll die Methode umgesetzt wird.

Die Studien stammen zwar aus der medizinischen Ausbildung und nicht speziell von der HSPV NRW. Der Grundmechanismus ist für unsere Klausurvorbereitung aber unmittelbar relevant: Auch an der HSPV müssen große Mengen an Definitionen, Prüfungsschemata und weiterem Wissen nicht nur einmal verstanden, sondern langfristig sicher abrufbar gemacht werden.

Das zeigt: Lernen mit Karteikarten nach dem Spaced-Repetition-System ist keine Marketing-Erfindung. Richtig angewendet kann die Methode Dir helfen, juristisches und anderes klausurrelevantes Wissen deutlich gezielter zu lernen und langfristig zu behalten.

Auch ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Für mein juristisches Staatsexamen habe ich ebenfalls mit Karteikarten nach dem Spaced-Repetition-System gelernt. Ich bin mir sicher, dass dies ein ganz wesentlicher Baustein war, der mir geholfen hat, mein Examen letztendlich mit Prädikat zu bestehen.

III. Was ist Spaced Repetition genau?

Im Grunde hat das Lernen mit Karteikarten nach dem Spaced-Repetition-System zwei große Vorteile:

Karteikarten reduzieren den Stoff auf die wichtigsten Informationen

Zunächst muss man den schieren Berg an Stoff in den Griff bekommen. Das schafft man, indem man die wichtigsten Inhalte auf Karteikarten festhält. Da eine gute Karteikarte keinen Platz für ellenlange Texte lässt, wird der Lernstoff bereits beim Erstellen auf das Wesentliche reduziert.

Zudem bekommst Du einen besseren Überblick über den Stoff und kannst ihn Dir leichter einteilen. Wenn Du beispielsweise 100 neue Karteikarten und noch zehn Lerntage bis zur Klausur hast, weißt Du, dass Du ungefähr zehn neue Karten pro Tag bearbeiten musst, um den gesamten Stoff einmal zu lernen. Hinzu kommen natürlich die Wiederholungen der bereits gelernten Karten.

Nicht alles auf einmal, sondern intelligent verteilt

Im zweiten Schritt kommt Spaced Repetition ins Spiel: Du wiederholst das Wissen, das Du noch nicht sicher beherrschst, häufiger. Was bereits gut sitzt, wird dagegen in immer größeren Abständen abgefragt.

So reduziert sich die täglich zu bearbeitende Stoffmenge. Wenn Du von 100 Karten 50 bereits sicher beantworten kannst, musst Du Dich nicht jeden Tag wieder mit allen 100 Karten beschäftigen. Du konzentrierst Dich stattdessen vor allem auf die Karten, bei denen noch Lücken bestehen.

Diese Sortierung übernimmt unser digitales Karteikartensystem automatisch. Nach jeder Karte entscheidest Du, ob Dir die Antwort leicht, mittel oder schwer gefallen ist. Das System ordnet die Karte entsprechend ein, sodass Du gezielt die Inhalte wiederholst, die noch nicht sicher sitzen.

Als einfacher Ausgangspunkt empfehlen wir,

    • schwere Karten täglich,
    • mittlere Karten etwa alle drei Tage
    • und leichte Karten nach ungefähr sieben Tagen zu wiederholen.

Mit der Zeit können die Abstände weiter vergrößert werden. Natürlich kannst Du Deinen Wiederholungsrhythmus auch individuell anpassen.

IV. So lernst Du mit unserem digitalen Karteikartensystem

Doch wie setzt man Active Recall und Spaced Repetition nun konkret in unserem System um? Im Grunde sind dafür nur fünf Schritte erforderlich.

1. Kartensatz oder Thema auswählen

Zunächst wählst Du das Fach und den Kartensatz aus, den Du lernen möchtest. Das können zum Beispiel Definitionen aus Strafrecht GS 4, Prüfungsschemata aus dem Allgemeinen Verwaltungsrecht, Anspruchsgrundlagen aus dem Zivilrecht oder Lerninhalte aus dem Externen Rechnungswesen sein.

Du kannst entweder mit unseren vorgefertigten Karteikartensätzen lernen oder kostenlos ein eigenes Set mit Deinen persönlichen Karten anlegen.

2. Die Frage beantworten, bevor Du die Lösung aufdeckst

Lies zunächst nur die Frage auf der Vorderseite. Versuche dann, die Antwort vollständig selbst zu formulieren. Bei einer Definition solltest Du nicht nur ungefähr wissen, worum es geht, sondern die wesentlichen Merkmale nennen können. Bei einem Prüfungsschema solltest Du die einzelnen Prüfungspunkte möglichst in der richtigen Reihenfolge wiedergeben.

Erst wenn Du Deine Antwort im Kopf oder laut ausgesprochen hast, deckst Du die Lösung auf. Genau darin liegt der Active-Recall-Effekt.

3. Die eigene Antwort ehrlich bewerten

Anschließend bewertest Du, ob Dir die Karte leicht, mittel oder schwer gefallen ist. Dabei solltest Du ehrlich zu Dir selbst sein. Eine Antwort war nicht schon deshalb leicht, weil Dir die Lösung nach dem Aufdecken bekannt vorkommt.

Lernintervalle
  • Leicht: Du konntest die Antwort vollständig und sicher wiedergeben.
  • Mittel: Du kanntest den wesentlichen Inhalt, hattest aber einzelne Lücken oder warst unsicher.
  • Schwer: Du konntest die Antwort nicht oder nur zu einem kleinen Teil wiedergeben.

4. Fällige Karten regelmäßig wiederholen

Das System zeigt Dir anschließend, welche Karten wiederholt werden müssen. Schwierige Karten erscheinen in einem extra Stapel, leicht beantwortete Karten in einem anderen. Du musst also nicht selbst Buch darüber führen, wann welche Karte wieder an der Reihe ist.

5. Lieber täglich kurz als einmal pro Woche sehr lang lernen

Spaced Repetition funktioniert am besten, wenn Du regelmäßig lernst. Dafür müssen es nicht jeden Tag mehrere Stunden sein. Schon 10 bis 20 Minuten können ausreichen, um eine überschaubare Anzahl neuer Karten zu bearbeiten und die fälligen Karten zu wiederholen.

So lässt sich zum Beispiel eine kurze Lerneinheit auf dem Weg in die Hochschule einbauen. Ich habe während meines Studiums oft morgens im Bus auf dem Weg zur Universität bereits ungefähr 15 Minuten mit Karteikarten gelernt. Über mehrere Wochen hinweg kommt auf diese Weise eine erhebliche Lernzeit zusammen.

V. Die Vorteile unseres digitalen Karteikartensystems

Neben der automatischen Sortierung hat unser digitales Karteikartensystem noch weitere Vorteile:

Prüfungsschemata Schritt für Schritt lernen

Bei einer normalen Karteikarte muss vor dem Umdrehen der Karte häufig das gesamte Prüfungsschema aufgesagt werden. Das kann gerade bei langen Schemata schnell Schwierigkeiten bereiten.

Unser System erlaubt es Dir deshalb, jeden einzelnen Prüfungspunkt nacheinander aufzudecken. So kannst Du ein Schema Schritt für Schritt lernen und erkennst genau, an welcher Stelle Dir noch ein Prüfungspunkt fehlt.

Alle Karten digital geordnet und überall erreichbar

Die Karten sind nach Fächern und Themen sortiert und jederzeit erreichbar – egal ob in der Hochschule, zu Hause oder in der Bahn. Dadurch kannst Du auch kurze Zeitfenster sinnvoll für Wiederholungen nutzen, ohne erst einen Stapel Papierkarten sortieren und mitnehmen zu müssen.

Vorgefertigte HSPV-Karteikarten und kostenlose eigene Sets

Unsere vorgefertigten Karteikartensätze enthalten insbesondere Prüfungsschemata, Definitionen, wichtige Normen, kurze Beispielsfälle und weitere klausurrelevante Hinweise. Dadurch kannst Du direkt mit dem Lernen beginnen.

Daneben kannst Du mit unserem Karteikarteneditor kostenlos eigene Karten erstellen. So lassen sich persönliche Notizen, Ergänzungen aus den Lehrveranstaltungen oder eigene Formulierungen unmittelbar in Dein Lernsystem übernehmen.

VI. Wie erstellt man gute Karteikarten?

Eine gute Karteikarte besteht vor allem aus folgenden Elementen:

Elemente einer guten Karteikarte
  • Sie enthält eine konkrete Frage und eine möglichst präzise Antwort.
  • Sie beschränkt sich auf das Wesentliche und ist nicht mit zu vielen Informationen überladen.
  • Die einzelnen Karten bauen inhaltlich sinnvoll aufeinander auf.
  • Abstraktes Wissen wird, soweit möglich, durch kurze Beispiele oder Mini-Fälle veranschaulicht.

Eine konkrete Frage pro Karte

Auf der Vorderseite sollte eine eindeutige Frage stehen. Je klarer die Frage formuliert ist, desto besser kannst Du beurteilen, ob Du die Karte wirklich beantworten konntest.

Ungünstig wäre zum Beispiel eine Karte mit der bloßen Überschrift „Körperverletzung“. Besser wäre die konkrete Frage:

„Wie wird die körperliche Misshandlung im Sinne des § 223 Abs. 1 StGB definiert?“

Inhalt: Konzentration auf das Wesentliche

Eine gute Karteikarte sollte nicht zu viele Informationen enthalten. Denn wenn Du eine Karte mit mehreren Definitionen, Prüfungsschemata und Zusatzproblemen überlädst, fällt es viel schwerer einzuschätzen, wie gut oder schlecht Du sie beantworten konntest.

Das aber ist wichtig, um bereits sicher beherrschtes Wissen von den Inhalten zu trennen, bei denen noch Lücken bestehen. Daher gilt: Verteile umfangreiches Wissen lieber auf mehrere Karten, anstatt alles auf eine einzige Karte zu quetschen.

Die inhaltliche Struktur

Die Karten zu einem Thema sollten aufeinander abgestimmt sein. In unseren exvoRep- und PolizeiRep-Karteikarten beginnen wir deshalb regelmäßig mit dem Prüfungsschema. Sodann hangeln wir uns an den einzelnen Prüfungspunkten entlang und beschäftigen uns mit den jeweiligen Definitionen und Problemen.

Gibt es zu einem Prüfungspunkt mehr zu wissen als nur eine Definition, wird dieses Wissen genau an der passenden Stelle untergebracht. Zudem weisen die Karten auf Zusammenhänge hin oder enthalten Klausurtipps, etwa an welcher Stelle im Gutachten ein bestimmtes Problem zu behandeln ist.

So entsteht eine didaktisch sinnvolle Struktur, bei der Wissen nicht zusammenhanglos abgefragt, sondern Schritt für Schritt aufgebaut und vertieft wird.

Kombination von theoretischem Wissen und Beispielen

Manches theoretische Wissen lässt sich nur schwer merken, weil es sehr abstrakt ist. Deshalb enthalten unsere Karteikartensätze immer wieder kleinere Beispielsfälle, anhand derer das theoretische Wissen veranschaulicht wird.

So lernst Du nicht nur stumpf Theorie auswendig, sondern entwickelst zugleich ein besseres Verständnis dafür, wie das Wissen in einer Klausur angewendet wird.

VII. Eigene digitale Karteikarten erstellen – eine Anleitung

Nun sei noch darauf eingegangen, wie Du unser kostenloses digitales Karteikartensystem zum Erstellen eigener Karten nutzt. Hierbei unterscheiden wir zwischen drei Kartentypen:

    • einfache Frage-Antwort-Karte,
    • Prüfungsschema-Karte
    • und Tabellen-Karte.

Frage-Antwort-Karte erstellen

In unserem MeinRep-Portal kannst Du zunächst unter „Digitale Karteikarten“ und „Eigene Karteikarten“ ein eigenes Set erstellen. Ist das Set angelegt, kannst Du mit einem Klick auf „+ neue Karte hinzufügen“ eine Karteikarte erstellen.

Dort gibst Du im Fragefeld die Frage und im Antwortfeld die passende Antwort ein. Zudem benötigt die Karte noch eine kurze Bezeichnung. Anschließend speicherst Du sie – und schon kann sie gelernt werden.

Prüfungsschema-Karte erstellen

Etwas aufwendiger wird es, wenn Du eine Prüfungsschema-Karte erstellen möchtest. Hierzu nutzt Du am besten die Funktion „Antwort erweitern“. Sie erlaubt es Dir, mehrere Antwortfelder anzulegen. Im Lernmodus erscheint anschließend der Button „Mehr anzeigen“. Mit jedem Klick wird der nächste Prüfungspunkt eingeblendet.

Eine Prüfungsschema-Karte erstellst Du damit wie folgt:

  1. Gib zunächst die Frage ein, zum Beispiel: „Wie lautet das Prüfungsschema der Generalklausel gem. § 8 I PolG NRW?“
Prüfungsschema-Karte Schritt für Schritt im digitalen Karteikartensystem erstellen.


  1.  Füge im ersten Antwortfeld nur den ersten Prüfungspunkt des Schemas ein. Nutze am besten die Nummerierungsfunktion, damit das Schema einheitlich aufgebaut ist.
Prüfungsschema-Karte Schritt für Schritt im digitalen Karteikartensystem erstellen.


  1. Klicke anschließend auf „Antwort erweitern“. Im zweiten Antwortfeld ist der bisherige Text bereits enthalten. Ergänze dort den zweiten Prüfungspunkt.
Prüfungsschema-Karte Schritt für Schritt im digitalen Karteikartensystem erstellen.


  1. Gehe auf diese Weise Schritt für Schritt durch das gesamte Schema. Gehört ein Punkt zur nächsten Gliederungsebene, kannst Du ihn über den Einrück-Button oder die Tab-Taste einrücken.
Prüfungsschema-Karte Schritt für Schritt im digitalen Karteikartensystem erstellen.

Hat das Schema beispielsweise zehn Prüfungspunkte, hast Du am Ende zehn Antwortfelder erstellt. Im ersten Feld steht nur der erste Prüfungspunkt, im zweiten Feld stehen die ersten beiden Punkte und im letzten Feld ist das vollständige Schema enthalten.

Tabellen-Karte erstellen

Mit derselben Funktion „Antwort erweitern“ kannst Du Karteikarten mit Tabellen erstellen, bei denen die Inhalte der einzelnen Tabellenfelder nacheinander angezeigt werden.

Im ersten Antwortfeld fügst Du die vollständige Tabelle ein und trägst zunächst nur in das Feld, das zuerst erscheinen soll, den gewünschten Text ein. Im zweiten Antwortfeld ergänzt Du den Inhalt des nächsten Tabellenfeldes. So gehst Du weiter vor, bis alle Tabellenfelder befüllt sind.

Natürlich kannst Du darüber hinaus Links, Bilder, Screenshots und weitere Inhalte in Deine Karteikarten einbauen. Dadurch lassen sich zum Beispiel Schaubilder, T-Konten, Prüfungsschemata oder Auszüge aus eigenen Lernunterlagen direkt mit einer Karte verknüpfen.

Schlussendlich sind der Kreativität beim Erstellen eigener Karteikarten damit kaum Grenzen gesetzt. Entscheidend bleibt aber, dass die Karte übersichtlich ist und eine klare Frage beantwortet.

VIII. Typische Fehler beim Lernen mit Karteikarten

Karteikarten sind ein sehr effizientes Lernwerkzeug. Ihre Wirkung hängt aber davon ab, wie Du sie einsetzt. Besonders häufig sind folgende Fehler:

1. Zu viele Informationen auf einer Karte

Wer eine halbe Skriptseite auf eine einzige Karte kopiert, lernt meist nicht gezielt genug. Besser sind mehrere kurze Karten mit jeweils einer klaren Frage.

2. Die Antwort zu früh aufdecken

Gib Deinem Gehirn zunächst die Chance, selbst nach der Antwort zu suchen. Erst danach solltest Du die Lösung anzeigen. Sonst wird aus Active Recall bloßes Wiederlesen.

3. Wiederholungen immer wieder aufschieben

Spaced Repetition funktioniert nur, wenn Du die fälligen Karten tatsächlich bearbeitest. Werden Wiederholungen über mehrere Tage aufgeschoben, wächst der Kartenstapel schnell an und der zeitliche Vorteil geht verloren.

4. Die eigene Antwort zu großzügig bewerten

Eine Karte ist nicht sicher beherrscht, nur weil Dir die Lösung bekannt vorkommt. Entscheidend ist, ob Du die Antwort vor dem Aufdecken selbst wiedergeben konntest.

5. Nur Karteikarten lernen und keine Fälle üben

Karteikarten sind besonders gut geeignet, um Wissen aufzubauen und regelmäßig zu wiederholen. Sie ersetzen aber weder das Verständnis noch die Anwendung des Wissens in einer Klausur.

Gerade in juristischen Fächern musst Du zusätzlich Fälle bearbeiten, den Gutachtenstil üben und lernen, Schwerpunkte zu erkennen. Eine gute Klausurvorbereitung verbindet deshalb drei Schritte:

Verstehen - Üben - Wiederholen.

Fazit: Mit Karteikarten regelmäßig und gezielt lernen

Mit Karteikarten kannst Du umfangreichen Lernstoff auf das Wesentliche reduzieren, Dein Wissen aktiv abrufen und schwierige Inhalte gezielt häufiger wiederholen. Gerade für Definitionen, Prüfungsschemata, wichtige Normen und typische Fallkonstellationen ist diese Lernmethode besonders gut geeignet.

Entscheidend ist aber, dass Du die Karten richtig nutzt: Beantworte die Frage zunächst selbst, bewerte Deine Antwort ehrlich und bearbeite die fälligen Wiederholungen regelmäßig. Lieber lernst Du jeden Tag 10 bis 20 Minuten, als einmal kurz vor der Klausur mehrere Stunden am Stück.

Du möchtest direkt beginnen? Dann kannst Du unsere vorgefertigten Karteikartensätze für die HSPV NRW ansehen oder mit unserem kostenlosen Karteikarteneditor eigene digitale Karteikarten erstellen.


Quellen und weiterführende Hinweise

Georg-August-Universität Göttingen: Ohne Wiederholen geht es nicht

Universität Bielefeld: Lernen mit Karteikarten 2.0 – Spaced Repetition in der Medizin

FAQ's

Häufig gestellte Fragen

Beim Lernen mit Karteikarten musst Du Wissen aktiv aus dem Gedächtnis abrufen, anstatt es nur noch einmal durchzulesen (Active Recall). Gleichzeitig können die Karten in regelmäßigen und immer größer werdenden Abständen wiederholt werden (Spaced Repetition). Dadurch erkennst Du schnell, welches Wissen bereits sicher sitzt und mit welchen Themen Du Dich noch genauer beschäftigen musst.